Theater im Gefängnis (T.i.G.)

Konzeption

Was ist Theater im Gefängnis?

Theater im Gefängnis ist eine 1997 von Burkhard Forstreuter gegründete Initiative, die bislang schwer-punktmäßig in der JVA Wuppertal und der JVA Bochum Theaterstücke konzipiert und durchgeführt hat. Die Theaterprojekte sind Teil des Freizeitangebotes der JVA. Die Angebote richten sich an (Straf-)Gefangene (max.15 Teilnehmer). Seit 1997 wurden gemeinsam mit den Teilnehmern insgesamt 9 Theaterstücke entwickelt und zur Aufführung gebracht. Theaterprojeke wurden sowohl mit männlichen, erwachsenen als auch mit jugendlichen (Straf-) Gefangenen durchgeführt.

Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Theater im Gefängnis und dem Freizeitkoordinator der JVA, dem pädagogischen Dienst, der VHS Wuppertal und der Projektgruppe Theater- und Kultur des Justizvollzugsamtes Rheinland.
Basierend auf diesen positiven Erfahrungen strebt Theater im Gefängnis mit neuen Zusammenarbeitspartnern eine ähnliche Zusammenarbeit an.

Theater im Gefängnis hat sich in der Arbeit mit (Straf-) Gefangenen zum Ziel gesetzt:

- daß sie die Verantwortung für ihre Geschichte übernehmen

- sie bei der Entwicklung eines positiven Selbstverständnis zu stärken und zu fördern

- sie zu unterstützen, daß sie ihre organisatorischen, produktiven und kommunikativen Fähigkeiten erkennen und diese im Sinne einer solidarischen Gemeinschaft nutzen

- sie zur Selbsthilfe zu befähigen

- künstlerische und praktische Aktivitäten bei den (Straf-) Gefangenen zu fördern, die sowohl eine Steigerung der körperlichen und seelischen Ausdrucksfähigkeit als auch ein intellektuelles und kulturelles Wachstum begünstigen.

Die Teilnahme an den Theaterprojekten folgt den Prinzipien der Freiwilligkeit und Selbstverantwortlichkeit. Besondere Qualifikationen oder Vorraussetzungen für die Teilnahme sind nicht notwendig.

Die Teilnehmer bestimmen das Thema und haben maßgeblichen Einfluß bei der Gestaltung des zu entwickelnden Theaterstückes. Das Arbeitsprinzip beruht auf freier Improvisation.

Die Beiträge der Teilnehmer – Gedichte, Texte, Musik, Rap, Lieder, Tänze, Geschichten – bilden die Grundlage, aus der sich heraus das Theaterstück entwickelt.

Die Teilnehmer werden ausdrücklich aufgefordert, sich in ihrer eigenen Sprache zu artikulieren.

Die Theaterarbeit versteht sich als erlebnisorientiert und gründet sich in der Gestaltung folgender Elemente: Körper und Ausdruck, Sprache, Stimme und Gesang, Tanz und Choreografie, Rhythmus und Timing, komische und humorvolle, selbstironische und tragische Elemente, Solo- und Gruppenpräsentation.

Bei allem steht die authentische Person im Mittelpunkt des Geschehens.

Den Abschluß eines jeden Theaterprojektes bildet mindestens eine Vorführung vor Mitgefangenen (und Gästen von außerhalb).


Aktivitäten:

- 10 Theateraufführungen,
- Auftragsarbeiten in Bochum und Mailand,
- Vortragstätigkeiten und Konferenzen,
- Fotoausstellung „...UND DANN WAR ICH LUFT“, 3 Jahre Theaterfotografie im Gefängnis von JÜRGEN DIEMER im Schiller-Theater Wuppertal (2001)


Theaterproduktionen:

2010 JVA BOCHUM „GRENZEN“, in Zusammenarbeit mit Unter Wasser fliegen e.V. und Jürgen Diemer,
Regie: Burkhard Forstreuter

2010 JVA BOCHUM Videoclip VIRTUAL ESCAPE” im Rahmen des Projektes Schattenkultur Kulturhauptstadt 2010, in Zusammenarbeit mit Unter Wasser fliegen e.V. und Jürgen Diemer, 7 Min.,
Regie: Jürgen Diemer und Burkhard Forstreuter

2001 JVA BOCHUM „ES IST WIE ES IST“, in Zusammenarbeit mit Line Tjørnhøj und Roswitha Görlich / Pädagogischer Dienst, Regie: Burkhard Forstreuter

2001 JVA WUPPERTAL „LIFE GOES ON - DAS LEBEN GEHT WEITER“, in Zusammenarbeit mit Line Tjørnhøj und Roswitha Görlich / Pädagogischer Dienst,
Regie: Burkhard Forstreuter

2000 JVA WUPPERTAL „STREETLIFE - LEBEN AUF DER STRASSE“, in Zusammenarbeit mit Roswitha Görlich / Pädagogischer Dienst, Regie: Burkhard Forstreuter

2000 JVA WUPPERTAL „REVUE“ - Animationprogramm der Theatergruppe JVA Wuppertal zum Gastkonzert DIE PUHDYS in der JVA Wuppertal,
Regie: Burkhard Forstreuter

2000 JVA WUPPERTAL „OH MEIN PAPA...“, in Zusammenarbeit mit Line Tjørnhøj,
Regie: Burkhard Forstreuter

2000 JVA WUPPERTAL „DIE WAHRHEIT ÜBER...“,
Regie: Ulrike Brockerhoff
Produktionsleitung: Burkhard Forstreuter

1999 JVA WUPPERTAL „DER UNFALL“,
Regie: Ulrike Brockerhoff und Burkhard Forstreuter

1999 JVA WUPPERTAL „ERZÄHL MIR KEINE GESCHICHTEN“, Regie: Burkhard Forstreuter

1998 JVA WUPPERTAL „UNTER AUFSICHT“ von Jean Genet, Regie: Herman Kurtenbach und Burkhard Forstreuter

1997 JVA WUPPERTAL „DAS FLOSS DER MEDUSA“,
nach einer Bildidee von Gerricault, Regie: Burkhard Forstreuter


Kooperationspartner:

JVA Wuppertal
JVA Bochum
JVAmt Rheinland
VHS Wuppertal
Landesbüro freie Kultur NRW
Projektgruppe Freizeitgestaltung im Justizvollzug Rheinland
Schiller Theater Wuppertal
Ministerium f. Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport
    des Landes NRW
Globe Art (DK)
Tic Vin Teatro (I)
Escape Artists (GB)